Oh ja BITTE erklär mir endlich mal die Welt!

Ein Rant, aus Gründen.

Je länger ich auf sozialen Medien unterwegs bin, desto öfter wünsche ich mir einen männlich gelesenen Fake Account. Es ist fast drollig, wie einem ständig von Männern ungefragt die Welt erklärt wird. Das scheint fast zwanghaft zu sein, eine Frau sagt was wohlmöglich Unangenehmes und zack kommen Männer herbeigeeilt und erklären erstmal, wie es wirklich ist, immer. Auch sind sie felsenfest davon Überzeugt, daß ihre Interpretation völlig unfehlbar ist, denn wenn „ihre“ Themen dazu aufplöppen, dann geht es garantiert genau um ihre Themen, völlig egal, was eigentlich geschrieben wurde. Das ist ermüdend wie nervig, Taube Schachbrett, Dunning Kruger, ich habe Besseres zu tun.

Und wenn sie glauben, daß eine Reaktion jetzt aber mal übertrieben ist, kommt ihnen garnicht der Gedanke, daß sie sich vielleicht irren. Und wenn man diese Respektlosigkeit und Überheblichkeit vor den Gefühlen anderer benennt, dann starten sie instant einen Machtkampf um ihre so abgefuckt selbstverständlich angenommene Deutungshoheit, den sie dann- wenn es auf die Nase gab- mit ihrer Verunsicherung rechtfertigen. Mimimi du hast an meinem Selbstverständnis gekratzt, AD HOMINEM!! Ausgrechnet aus verletzter Eitelkeit kommt dann oft der Vorwurf der Unsachlichkeit, und sie merken es noch nichtmal, wie furchtbar albern sich sowas dann liest.

Mut zur Verletzlichkeit, meine Herren.

Ich bin das Gejaule satt, wenn es heisst, daß aber bitteschön die Fronten durch unangenehmes Auftreten nicht so verhärtet werden sollen, daß Frau doch bitteschön „sachlich“ (gemeint ist aber lieb und nett und Kritik in ignorierbaren Dosen) und stets auch ein bisschen verständnisvoll sagen soll, was sie möchte, da Mann ja sonst auch gar keinen Bock hätte, sich damit auseinanderzusetzen. Also bitte, liebe Frauen, schluckt mal eure kochende Wut runter, und bleibt „sachlich“ damit der Mann bloß nicht zu sehr verärgert wird, weil zuviel Emotionalität schadet nur dem Diskurs. (Merkste was?)

Das würde ja kontraproduktiv für „diese FrauenSache“ sein (die Mann natürlich auch irgendwie so ein bisschen gut findet, Mann ist ja kein Macker, und „Hilft“ (würg) auch immer den armen schwachen Weibchen beim empowern…..aber bitte bitte doch nicht sooooo unfreundlich) Frau müsse die Männer doch bitte mal da abholen, wo sie stehen, und auch Rücksicht nehmen, Verständnis haben….

Mann wäre ja auch Opfer seiner Sozialisierung, und iiirgendwie da auch im Grunde Opfer von Frauen, die ja eigentlich eher insgeheim mehr auf die erfolgreichen Macher stehen und so schrecklich hohe Erwartungen an Männer haben, was ja einen normalen Mann auch total verunsichern würde, der Leistungsdruck wäre schon enorm, Herzinfarkt und so… ALTA ! Kein Wunder, daß ICH ausflippe, wenn ein Kerl seine Verunsicherung (inkl. dem ganzen Kompensationsgestrampel) bezüglich seiner Identität mit mangelnder sexueller Verfügbarkeit von Frauen begründet.

Und ich widerhole mich: Mut zur Verletzlichkeit! Du hast z.B. einfach mal von sehr sehr vielen Dingen weniger Ahnung, und wenn es dich verunsichert, diese (und andere s.O.) Rollenerwartungen nicht zu erfüllen, dann ist das dein Problem, für das du ganz alleine verantwortlich bist … und eine ganz heisse Spur.

Sexismus ist kein „Frauenproblem“ „Ihr“ hinkt einfach nur gnadenlos mit der Selbsterkenntnis und Aufarbeitung hinterher. Eure Privilegien bedeuten ein so verdammt beschränktes (wie auch beschränkendes) Mindset und viel zu viele vermeindlich bequeme Schlupflöcher. Ob ihr den schrecklichen Fluch dahinter erkennt, oder euch dahinter versteckt, ist eure Entscheidung….. Aber wenn ihr andere die Konsequenzen eurer beschissenen Feigheit aufdrückt, dann erwartet nicht, daß irgendwer euch sanft auffängt, als wäre er dafür auch noch verantwortlich.

Und wisst ihr, was richtig traurig ist? Ich überlege grade, ob ich jetzt wirklich dazuschreiben muss, daß sich dieser Text an jene richtet, die darin angesprochen werden, und daß ich nicht alleeee Männer meine.

SEUFZ.

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